Test-Set CFD: Kognitive Funktionen Demenz

Einsatz

Das Test-Set CFD Kognitive Funktionen Demenz erfasst neuropsychologische Dimensionen, die für die Früherkennung von Demenz beziehungsweise neurokognitiven Störungen (laut DSM-5) relevant sind. Neben einer reduzierten Alltagskompetenz sind kognitive Beeinträchtigungen die zentralen Symptome von demenziellen Erkrankungen. Mit Hilfe des Test-Sets CFD können kognitive Leistungen aus den neuropsychologischen Dimensionsbereichen Aufmerksamkeit, Verbales Langzeitgedächtnis, Exekutive Funktionen, expressive Sprache sowie Perzeptuell-motorische Funktionen erfasst werden. Der vorgesehene Ablauf des Test-Sets CFD ist für drei verschieden lange Varianten, Screening (16 Min.), Standardform (46 Min.) und Langform (65 Min.), normiert.
Die übersichtliche Auswertung liefert mit dem CFD-Index eine dimensionsübergreifende Einschätzung der allgemeinen kognitiven Beeinträchtigung und gibt einen schnellen Überblick über beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte kognitive Funktionen. Bei Verlaufstestungen können Erst- und Folgetestung gemeinsam ausgewertet und übersichtlich dargestellt werden. Sogenannte RCI (= Reliable Change Indices) prüfen aufgetretene Leistungsänderungen pro Dimension auf statistische Signifikanz und erkennen so einen etwaigen Abfall der kognitiven Leistungsfähigkeit über die Zeit. Besonderheiten des Test-Sets sind die optionale Vorgabe des gesamten Test-Sets CFD am Touchscreen, eine testleitergestützte Instruktion sowie eine testübergreifende Normierung für die Altersgruppe 50+ mit der Option einer Norm-Adjustierung, bei welcher etwaige Einflüsse von Alter, Geschlecht und Bildungsniveau auf die Testleistung automatisch mitberücksichtigt werden.

Validierung

Die hohe inhaltliche Validität des Test-Set CFD ergibt sich aus der engen Orientierung an aktuellen Diagnoserichtlinien für die Auswahl der kognitiven Dimensionen, insbesondere jene, welche im DSM-5 zu Neurokognitiven Störungen angeführt sind. Zur Messung dieser kognitiven Funktionen wurden klinisch bewährte Untersuchungsparadigmen eingesetzt, wobei die Bewertung der Paradigmen unter den Gesichtspunkten der Publikationshäufigkeit, Konzepttreue, Erfahrungswerte beim Einsatz bei Demenzpatienten sowie unter Validitäts- und Reliabilitätsaspekten vorgenommen wurde.

Die Konstruktvalidität wurde auf Basis der Normstichprobe 50+ CFD mit Hilfe eines Strukturgleichungsmodells untersucht. Dabei konnte bestätigt werden, dass die einzelnen kognitiven Subdimensionen im Test-Set CFD theoriekonform miteinander zusammenhängen.

Hinsichtlich der Kriteriumsvalidität werden im Rahmen einer multizentrischen, prospektiven Studie unterschiedliche Personen- bzw. Patientengruppen mit dem Test-Set CFD und anderen Verfahren untersucht. Eine Analyse der gesammelten Daten zeigt, dass das Test-Set CFD verlässlich zwischen Demenzpatienten bzw. Personen mit Demenzverdacht und parallelisierten, gesunden Personen differenzieren kann.

Dimensionen

Das Test-Set CFD umfasst folgende Dimensionen und Tests:

Dimension Test Testform Dauer (min)
Aufmerksamkeit
Alertness WAFA S2 (Intrinsisch visuell) ca. 3
Geteilte Aufmerksamkeit WAFG S3 ca. 9
Verarbeitungsgeschwindigkeit TMT-L, Teil A S1/S2 ca. 1,5
Verbales Langzeitgedächtnis
Subdimensionen:
Kurz verzögerter Abruf
Lang verzögerter Abruf
Wiedererkennen
AWLT S1/S2 ca. 12
Exekutive Funktionen
Kognitive Flexibilität TMT-L, Teil B S1/S2 ca. 1,5
Räumliches Arbeitsgedächtnis CORSI S7 ca. 8
Expressive Sprache
Wortflüssigkeit – semantisch WIWO S1/S2 ca. 3
Wortflüssigkeit – lexikalisch WIWO S3/S4 ca. 3
Objektbenennung WOBT S1/S2 ca. 5
Gesamtdauer ca. 46

Zur weiteren Abklärung stehen folgende Tests optional zur Verfügung:

Dimension Test Testform Dauer (min)
Perzeptuell-motorische Funktionen
Visuokonstruktion VISCO S3/S4 ca. 15
Ermüdbarkeit
Ermüdbarkeit WAFA (Retestung) S2 (Intrinsisch visuell) ca. 2
Aufmerksamkeit
Alertness WAFA S2 (Phasisch crossmodal) ca. 2

Auswertung

  • Tabelle mit Rohwerten, Prozentrang und Konfidenzintervallen sowie Einschätzung der klinisch beeinträchtigten Dimensionen mittels einfachem Ampelsystem (rot-gelb-grün) auf Basis der DSM-5 Kriterien für leichte/schwere neurokognitive Beeinträchtigung
  • Profil
  • Schriftlicher Report in Kurz- bzw. Langfassung mit Profildarstellung und verbalen Beschreibung der individuellen Ergebnisse. Auch hier dient das Ampel-Farbschema der schnellen Überblicksgewinnung
  • Gemeinsame tabellarische Darstellung von Erst- und Verlaufstestung inkl. Reliable Change Indices (RCI) für die einzelfallstatistische Beurteilung von Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit
  • CFD-Index zur schnellen, dimensionsübergreifenden Beurteilung der kognitiven Beeinträchtigung
  • Dimensionsspezifische, testübergreifende Kennwerte zu Aufmerksamkeit, Verbales Langzeitgedächtnis, Exekutive Funktionen, Sprache und Perzeptuell-motorische Funktionen
  • Vor der Auswertung können Eingaben im Result Editor nachgetragen, ausgebessert oder mittels abspielbarer Audio-Aufnahme überprüft werden.

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