NEURO

Psychologische Diagnostik

Das Wiener Testsystem ist das diagnostische Instrument für neuro- und klinisch-psychologische Fragestellungen. Es liefert valide Aussagen über Art und Ausmaß von Leistungseinbußen sowie – in der klinischen Psychologie – von Persönlichkeitsmerkmalen.

Die Testverfahren im Wiener Testsystem erlauben eine präzise Erfassung der Funktionsstörungen. So stehen Tests für alle relevanten Subbereiche von Aufmerksamkeit oder Gedächtnis zur Verfügung. Die Testvorgabe am Computer ermöglicht eine genaue Messung zeitkritischen Antwortverhaltens. Standardisierte Instruktionen, Übungsphasen und fehlerfreie Auswertungen sichern den diagnostischen Prozess. Spezielle, patientenfreundliche Tastaturen ermöglichen eine ergonomische Eingabe auch für motorisch beeinträchtigte Personen.

Im Wiener Testsystem NEURO stehen neben den einzelnen Tests auch fachspezifische Test-Sets zur Verfügung:

  • COGBAT Kognitive Basistestung

Das Test-Set COGBAT (Kogntive Basistestung) dient zur Klärung des kognitiven Status von Patienten mit neurologischen und/oder psychischen Erkrankungen. Der kognitive Status soll möglichst umfassend (breit), aber auch möglichst zeitökonomisch erfasst werden. Mithilfe sorgfältig ausgewählter und zum Teil speziell adaptierter Verfahren werden Subdimensionen aus den Bereichen Aufmerksamkeit, Gedächtnis, exekutive Funktionen und Verarbeitungsgeschwindigkeit erhoben. COGBAT identifiziert somit jene kognitiven Bereiche, bei denen ein Verdacht auf ein Defizit vorliegt. Dieser Bereich kann im Weiteren mit spezifischen Tests (in die Tiefe) untersucht werden. COGBAT wurde testübergreifend und somit als Gesamtpaket normiert und an verschiedenen Patientengruppen validiert. Eine übersichtliche Auswertung gibt einen schnellen Überblick über beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Dimensionen.

  • CFADHD Kognitive Funktionen ADHS – Erwachsene

Das Test-Set CFADHD (Kognitive Funktionen ADHS – Erwachsene) ist eine Testbatterie zur Erfassung des Leistungsprofils erwachsener Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Es werden 15 neuropsychologische Dimensionen aus den Bereichen Aufmerksamkeit, Gedächtnis, exekutive Funktionen und Verarbeitungsgeschwindigkeit sowie der subjektiven Leistungsfähigkeit getestet, da Erwachsene mit ADHS besonders häufig in diesen Bereichen Leistungsbeeinträchtigungen zeigen. CFADHD wurde konzipiert mit dem Anspruch, so zeitökonomisch wie möglich alle ADHS-relevanten kognitiven Funktionen differenziert und genau abzubilden. Die Vorgabe des Test-Sets ist ab einem Alter von 16 Jahren möglich.

  • CFSD Kognitive Funktionen Schizophrene Störungen

Das Test-Set CFSD (Kognitive Funktionen Schizophrene Störungen) erfasst den kognitiven Status von Patienten mit verschiedenen Formen der Schizophrenie.

Neben der Positiv- und Negativsymptomatik stellen Beeinträchtigungen der kognitiven Funktionen (wie bspw. Aufmerksamkeit und Gedächtnis) einen zentralen Symptomkomplex der Schizophrenie dar. Sie gehen mit erheblichen Einschränkungen der Alltagsfunktionalität einher und haben eine starke Auswirkung auf die soziale und berufliche Rehabilitation betroffener Personen.Schizophrene Störungen beginnen zumeist fließend in der Adoleszenz und haben einen chronischen Verlauf. Daher ist es von besonderer Wichtigkeit, dass dieses Test-Set auch bei Personen mit Verdacht auf schizophrene Störungen und zur Verlaufsdiagnostik eingesetzt werden kann. Im klinisch neuropsychologischen Kontext ermöglicht das CFSD eine zeitökonomische Untersuchung bei erwachsenen psychiatrisch erkrankten Personen.

  • DRIVESC Fitness to Drive Screening

Das Test-Set DRIVESC (Fitness to DRive Screening) erfasst im klinischen Kontext die drei wesentlichsten Faktoren der kraftfahrspezifischen Leistungsfähigkeit: Belastbarkeit, Reaktionsfähigkeit und Überblicksgewinnung. Es dient einem effizienten Screening der Fahrtauglichkeit bei Personen mit neurologischen und/oder psychischen Erkrankungen. Die Validität des Test-Sets DRIVESC wurde in multizentrischen Studien mit gesunden Kraftfahrern und Personen mit Hirnschädigungen wiederholt nachgewiesen. Die Handhabung ist einfach und die Instruktionen sind leicht verständlich.

  • CFD Kognitive Funktionen Demenz

Das Test-Set CFD (Kognitive Funktionen Demenz) erfasst neuropsychologische Dimensionen, die für die Früherkennung von Demenz beziehungsweise neurokognitiven Störungen (laut DSM-5) relevant sind. Neben einer reduzierten Alltagskompetenz sind kognitive Beeinträchtigungen die zentralen Symptome von demenziellen Erkrankungen. Mit Hilfe des Test-Sets CFD können kognitive Leistungen aus den neuropsychologischen Dimensionsbereichen Aufmerksamkeit, Verbales Langzeitgedächtnis, Exekutive Funktionen, expressive Sprache sowie Perzeptuell-motorische Funktionen erfasst werden. Der vorgesehene Ablauf des Test-Sets CFD ist für drei verschieden lange Varianten, Screening (16 Min.), Standardform (46 Min.) und Langform (65 Min.), normiert.
Die übersichtliche Auswertung liefert mit dem CFD-Index eine dimensionsübergreifende Einschätzung der allgemeinen kognitiven Beeinträchtigung und gibt einen schnellen Überblick über beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte kognitive Funktionen. Bei Verlaufstestungen können Erst- und Folgetestung gemeinsam ausgewertet und übersichtlich dargestellt werden. Sogenannte RCI (= Reliable Change Indices) prüfen aufgetretene Leistungsänderungen pro Dimension auf statistische Signifikanz und erkennen so einen etwaigen Abfall der kognitiven Leistungsfähigkeit über die Zeit. Besonderheiten des Test-Sets sind die optionale Vorgabe des gesamten Test-Sets CFD am Touchscreen, eine testleitergestützte Instruktion sowie eine testübergreifende Normierung für die Altersgruppe 50+ mit der Option einer Norm-Adjustierung, bei welcher etwaige Einflüsse von Alter, Geschlecht und Bildungsniveau auf die Testleistung automatisch mitberücksichtigt werden.

Kognitives Training

Nutzungskreislauf WTS CPDie Testverfahren des Wiener Testsystems und die Trainingsverfahren von CogniPlus sind aufeinander abgestimmt. Die jeweils korrespondierenden Verfahren beruhen auf denselben theoretischen Modellen und ermöglichen somit eine effiziente und theoretisch fundierte Verknüpfung zwischen Diagnose, Training und anschließender Wirksamkeitsanalyse. Die einander entsprechenden Test- und Trainingsprogramme basieren auf denselben theoretisch klar umschriebenen Konstrukten, arbeiten jedoch nicht mit denselben Aufgaben. Dadurch kann verlässlich zwischen dem materialspezifischen Lerneffekt und dem – gewünschten – Trainingseffekt unterschieden werden.

Der Übersicht ist zu entnehmen, welche CogniPlus-Trainingsprogramme spezifisch auf die jeweils über das Wiener Testsystem getesteten Defizite zugeschnitten sind.

Biofeedback

In der Neuropsychologie und angrenzenden Arbeitsfeldern (Neurologie, Ergotherapie, Physiotherapie) ist Biofeedback einsetzbar zur Behandlung neuromuskulärer Störungen, darunter beispielsweise Dystonien (Bruxismus), inkomplette Paralysen und Inkontinenz. Biofeedback Xpert wird hier häufig als neuromuskuläres Training eingesetzt, bei dem einem vorgegebenen Wechsel aus Kontraktion und Entspannung gefolgt werden soll.

Weiterhin wird Biofeedback zur Entspannungsinduktion, Angstabbau und Stressmanagement eingesetzt.